Türen öffnen - Wiesbadener Begegnungen

Geschichte des Herrnhuter Sterns

Hinweis

Der Herrnhuter Stern ist auch das Symbol der „Wiesbadener Begegnungen“ im Advent und leuchtet die letzten zehn bis fünfzehn Minuten vor Beginn des Termins am jeweiligen Treffpunkt, um den Gästen den Weg zu weisen.

Nachfahren der Evangelischen Brüder-Unität aus Mähren siedelten Anfang des 18. Jahrhunderts in Deutschland und gründeten Herrnhut. Der Ort wurde Ausgangspunkt einer weltweiten Missionsarbeit. Vor diesem Hintergrund wurden Kinder von Missionsfamilien im Internat aufgenommen. Um ihnen besonders in der Adventszeit die Trennung vom Elternhaus zu erleichtern, kam etwa Mitte des 19. Jahrhunderts ein Erzieher auf die Idee, einen Stern aus Pappe und Papier zu basteln. Bald darauf wurden die Herrnhuter Sterne in Schulen der Herrnhuter Brüdergemeine von den Schülern selbst gebastelt.

Ab etwa 1900 waren die ersten Herrnhuter Sterne im Handel erhältlich. Etwa zur gleichen Zeit wurde damit begonnen, statt des reinen Papiersterns eine robustere Variante mit einem festen Sternkörper aus Blech und Schienen herzustellen. Darauf ließen sich ebenfalls auf Metall geklebte Papierzacken aufschieben. Beleuchtet wurde dieser Stern mit einem Öllämpchen. Nach jedem Gebrauch konnte er leicht demontiert und verpackt werden. Im Versandhandel war dieser Stern in verschiedenen Farbkombinationen erhältlich. Das hatte zur Folge, dass er als Adventsstern bei vielen Herrnhuter Familien und Institutionen aufgehängt wurde. Über 1,5 Millionen „Original Herrnhuter Sterne“ sind seither in alle Welt verkauft worden und haben den Stern als weihnachtliches Symbol weltweit bekannt gemacht.

Neben der industriellen Herstellung blieben aber die Brüderischen Knabenanstalten die eigentlichen Zentren der „Sternelei“. Hier bietet die Gemeinde für Jungen und Mädchen, die nicht bei ihrer Familie weilen können, vorweihnachtliches Erleben mit Adventsfeiern in den Internaten. Die verschiedenen „Stuben“ versuchen sich gegenseitig in der Herstellung von kunstvollem Raumschmuck zu überbieten. Bei den traditionellen Wandelabenden in der Adventszeit können die festlich geschmückten Internatsräume von den Gemeindemitgliedern besichtigt werden.


  Stand: 03.11.2016